Gladbacher Turngau übernimmt Vorsitz des Schloer-Schröter-Hilfswerks (SSH)
Mönchengladbach/Bergisch Gladbach.
Der 1. Vorsitzende des Gladbacher Turngau, Uwe Wessel, übernimmt die Verantwortung des SSH das dem Rheinischen Turnerbund (RTB) angehört.
Bei der turnusmäßigen Mitgliederversammlung des Schloer-Schröter-Hilfswerk in Bergisch Gladbach wurde Uwe Wessel zum neuen 1.Vorsitzenden des Hilfswerks gewählt.
Mit der Wahl von Wessel wechselt der Vorsitz des Schloer-Schröter-Hilfswerks nach Mönchengladbach. Damit übernimmt der Gladbacher Turngau eine zentrale Aufgabe innerhalb einer Einrichtung, die seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des sozialen Engagements im Rheinischen Turnerbund ist.
Das Schloer-Schröter-Hilfswerk unterstützt den Turnbetrieb innerhalb des RTB und versteht sich als solidarische Einrichtung für die angeschlossenen Turngaue und Turnverbände. Insgesamt 14 Turngaue und Turnverbände des Rheinischen Turnerbundes gehören dem Hilfswerk an und tragen dessen Arbeit gemeinschaftlich. Ziel des Hilfswerks ist es, den organisierten Turnsport nachhaltig zu fördern und dort Unterstützung zu leisten, wo sie benötigt wird.
Mit der Wahl von Uwe Wessel erhält das Hilfswerk einen Vorsitzenden, der seit vielen Jahren ehrenamtlich in verantwortungsvollen Funktionen tätig ist und über umfangreiche Erfahrungen in der Vereins- und Verbandsarbeit verfügt. Als Vorsitzender des Gladbacher Turngaus setzt er sich kontinuierlich für die Weiterentwicklung des Turnsports sowie für die Stärkung des Ehrenamtes ein. Dieses Engagement wird er künftig auch in seiner neuen Funktion einbringen.
„Ich freue mich über das entgegengebrachte Vertrauen der Mitgliedsverbände. Das Schloer-Schröter-Hilfswerk leistet einen wichtigen Beitrag für den Zusammenhalt innerhalb unserer Turnfamilie. Diese erfolgreiche Arbeit möchte ich gemeinsam mit dem Vorstand verantwortungsvoll fortführen und weiterentwickeln“, erklärte Uwe Wessel nach seiner Wahl.
Mit dem neuen Vorstand blickt das Schloer-Schröter-Hilfswerk optimistisch in die Zukunft. Gemeinsam sollen die bewährten Aufgaben fortgeführt und neue Impulse gesetzt werden, um die Unterstützung für bedürftige Turnerinnen und Turner des Turnbetriebs in den angeschlossenen Turngauen und Turnverbänden nachhaltig zu sichern.
Für den Gladbacher Turngau stellt die Übernahme des Vorsitzes eine besondere Auszeichnung dar.
Christian Friedrich Schloer war bereits in den Jahren 1872-1875 und 1879-1885 Gauvertreter/ heutiger 1. Vorsitzender des Gladbacher Turngau.
Christian Friedrich Schloer (1832–1912)
Christian Friedrich Schloer war eine zentrale Persönlichkeit der frühen rheinisch-westfälischen Turnbewegung. Er war nicht nur im Gladbacher Turnverein 1848, sondern weit darüber hinaus tätig. Schloer war:
- von 1863 bis 1871 Turnwart des Gladbacher Turnvereins 1848,
- anschließend bis 1896 Vorsitzender des Vereins,
- ab 1871 Vorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Turnverbandes,
- und damit eine prägende Figur bei der Entwicklung der späteren Turnkreis-Strukturen.
Auch die Vereinsgeschichte des TV 1848 beschreibt ihn als die treibende Kraft, die den Turnbetrieb selbst während der Stilllegung des Vereins weiterführte.
Die Angabe zu seiner Tätigkeit im Gladbacher Turngau 1872–1875 und 1879–1885 passt damit in dieses Bild: Schloer war einer der führenden Funktionäre des Gaues und der gesamten Turnbewegung.
Bereits 1896 wurde eine Stiftung zu seinen Ehren eingerichtet, und zwar unmittelbar anlässlich seines Ausscheidens aus seinen langjährigen Führungsämtern.
„Ihm zu Ehren wurde 1896 die Schloer-Stiftung gegründet“
Christian Friedrich Schloer beendete nach 25 Jahren seine Tätigkeit als Vorsitzender des Rheinisch-Westfälischen Turnverbandes.
Er hatte dieses Amt seit 1871 inne und gab es 1896 ab. Gleichzeitig endete damit eine außergewöhnlich lange und einflussreiche Amtszeit.
Der RTB berichtet, dass der Verband, den Schloer 1871 mit 149 Vereinen und 11.000 Mitgliedern übernommen hatte, bis 1896 auf 573 Vereine und 59.000 Mitglieder angewachsen war.
Die Stiftung war daher gewissermaßen ein Dank und bleibendes Andenken an Schloers Wirken, aber zugleich etwas sehr Praktisches: Sie sollte Turnern helfen, die unverschuldet in eine Notlage geraten waren.
Ursprünglich hieß die Einrichtung Schloer-Stiftung.
Später wurde sie zu Ehren von Karl Schröter erweitert bzw. umbenannt. Schröter war ebenfalls eine bedeutende Persönlichkeit der rheinisch-westfälischen Turnbewegung:
- 1880/81 erster Gauvertreter des neu gegründeten Turngaues,
- 1892–1900 Gauturnwart,
- 1880–1899 Kreisturnwart,
- später Kreisvertreter des neugebildeten Kreises VIIIb Rheinland.
„Ihm zu Ehren wurde die Schloer-Stiftung in Schloer-Schröter-Stiftung umbenannt.“
Die heutige Bezeichnung lautet Schloer-Schröter-Hilfswerk.
Die historische Entwicklung lässt sich also so darstellen:
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Jahr |
Entwicklung |
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1863 |
Schloer wird Turnwart im Gladbacher Turnverein 1848 |
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1863 ff. |
Aufbau und Führung des Gladbacher Turngaues |
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1871 |
Schloer übernimmt den Vorsitz des Rheinisch-Westfälischen Turnverbandes |
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1872–75 / 1879–85 |
Schloer als Gauvertreter des Gladbacher Turngaues |
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1896 |
Schloer gibt nach 25 Jahren den Vorsitz des Rheinisch-Westfälischen Turnverbandes ab |
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1896 |
Gründung der Schloer-Stiftung zu seinen Ehren |
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später |
Umbenennung/Erweiterung zur Schloer-Schröter-Stiftung |
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heute |
Schloer-Schröter-Hilfswerk (SSH) des Rheinischen Turnerbundes |
Die ursprüngliche Idee von 1896 – Turnerinnen und Turner in finanzieller Not nicht allein zu lassen – ist im heutigen Hilfswerk noch erkennbar. Nach der aktuellen Satzung unterstützt es unter anderem Mitglieder, die durch turnerische Unfälle oder andere Ereignisse in eine Notlage geraten, und gewährt Zuschüsse für Erholung, Bildung und Qualifizierung.

(1832–1912)
